Die Pläne für einen Neubau des Landeskriminalamts (LKA) in Stuttgart stoßen bei der Deutschen Polizeigewerkschaft auf Kritik. Obwohl das derzeitige Gebäude als veraltet und zu klein gilt, sei der geplante Standort innerhalb des Stadtgebiets nicht zukunftsfähig und rückwärtsgewandt, so Gewerkschaftschef Ralf Kusterer. Stattdessen sollte das neue LKA im Grünen gebaut werden, um Reservefläche für die ständig steigenden Herausforderungen an die Kriminalitätsbekämpfung zu schaffen.
Geplantes Gelände an der Stuttgarter Pragstraße kritisiert
Das Innenministerium plant derzeit den Neubau auf einem Gelände an der Stuttgarter Pragstraße, für das bereits ein Kabinettsbeschluss vorliegt. Kusterer kritisiert jedoch die hohen Kosten und den langen Zeitraum, der für die Dekontaminierung des Areals benötigt wird. Bis zum Baubeginn könne es Jahre dauern.
Marodes LKA-Gebäude sorgt für Stromausfall
Das derzeitige LKA-Gebäude wurde 1978 gebaut und ist inzwischen marode. Im Januar kam es zu einem Stromausfall, bei dem sich manche Rechner und Server überhitzten und es zu Problemen mit der IT kam. LKA-Chef Andreas Stenger sprach von einer „dramatischen Situation“ und plädierte für den Neubau.
Kritik an Neubauplänen des Innenministers
Innenminister Thomas Strobl (CDU) hatte nach dem Stromausfall angekündigt, den Neubau schneller als geplant in Angriff nehmen zu wollen. Die Grünen stimmten dem zu, während FDP-Landtagsfraktionschef Hans-Ulrich Rülke die Pläne als „defizitär“ kritisierte. Weder die Finanzierung noch der einzuhaltende Zeithorizont seien geklärt und für die Steuerzahler bedeute dies eine Belastung. Rülke sieht den Minister als verantwortlich für die materielle Ausstattung der Polizei im Land und die Missstände wie den Stromausfall beim LKA.
