Proteste gegen Gewalt und Regierungspolitik
In Belgrad haben erneut zehntausende Menschen gegen die Regierung von Präsident Aleksandar Vucic demonstriert. Es war bereits der fünfte Protest innerhalb weniger Wochen. Die Demonstranten protestierten unter dem Motto „Serbien gegen Gewalt“ gegen die Regierung und werfen ihr vor, eine Kultur der Gewalt zu fördern. Hintergrund sind zwei Schusswaffenangriffe mit insgesamt 18 Todesopfern.
Forderungen nach Veränderungen
Die Teilnehmer der Kundgebung fordern unter anderem ein Verbot von regierungsfreundlichen Zeitungen, die ihrer Ansicht nach Spannungen in der Bevölkerung schüren, sowie den Rücktritt des Innenministers und des Geheimdienstchefs. Auch Fernsehsendern, die gewalttätige Inhalte verbreiten, soll die Sendelizenz entzogen werden. Die Kundgebung wurde von mehreren proeuropäischen Oppositionsparteien organisiert.
Entwicklung der Proteste
Ursprünglich richteten sich die Proteste gegen Waffengewalt, haben sich aber mittlerweile zu einem Protest gegen die Regierungspolitik insgesamt entwickelt. Präsident Vucic und seine Unterstützer belächeln die Proteste und beleidigen ihre Teilnehmer. Kritiker werfen Vucic seit Jahren vor, seine Macht mit autokratischen Mitteln zu zementieren. Der Staatschef hat die Proteste als „Politisierung“ der Bluttaten kritisiert und den Verdacht geäußert, sie würden von ausländischen Mächten gesteuert.
Teilnehmer äußern ihre Beweggründe
Die 33-jährige Mathematikerin Bojana Popovic begründete ihre Teilnahme an der Demonstration damit, dass sie für ihre Kinder und für alle anderen da sei. Die Kundgebung zeigt, dass viele Serben Veränderungen in ihrem Land wollen und sich gegen die Regierungspolitik stellen.
