Die europäische Start-up-Branche hat schwierige Zeiten hinter sich. Knausrige Investoren, sinkende Bewertungen und Tausende Entlassungen haben die Branche unter Druck gesetzt. Laut einer Branchenstudie wird das Umfeld auch im Jahr 2023 rau bleiben.

Investitionen in Tech-Firmen

Der Risikokapitalgeber Atomico schätzt, dass die Investments in Tech-Firmen dieses Jahr 51 Milliarden Dollar (47,4 Mrd Euro) erreichen werden. Das ist weniger als die Hälfte als im Boomjahr 2021 mit 106 Mrd Dollar Wagniskapital und nochmals weniger als 2022 (83 Mrd).

Deutsche Tech-Branche

Die deutsche Tech-Branche kommt dabei relativ glimpflich davon. In Europa halte sich Deutschland mit einem Rückgang um 44 Prozent im ersten Halbjahr 2023 besser als Großbritannien und Frankreich. Dort schrumpften die Gelder, die Start-ups für ihr Wachstum dringend brauchen, um 59 beziehungsweise 55 Prozent binnen Jahresfrist.

Neue Realität des Marktes

„Die neue Realität des Marktes wird anhalten“, sagte Atomico-Partner Tom Wehmeier. „Es wird weiterhin zu Abwertungen kommen, und es könnten weitere Entlassungen folgen.“ Blieben die Investitionen auf dem aktuellen Level, schneide 2023 aber ein Drittel über dem Wert von 2020 ab, so der Risikokapitalgeber.

Widrige Bedingungen setzen sich fort

Nach einem Boomjahr 2021, als die Tech-Branche von einem Digitalisierungsschub in der Pandemie und risikofreudigen Investoren profitierte, hatte sich der Markt 2022 komplett gedreht. Angesichts von Ukraine-Krieg, schwacher Konjunktur und dem kräftigen Zinsanstieg hielten sich Investoren mit Geldspritzen zurück. Viele Firmen strichen Jobs. Im ersten Quartal 2023 gab es laut Atomico in der Tech-Branche noch weltweit 185.000 Entlassungen, mehr als im Gesamtjahr 2022 mit 165.000.

Hoffnung auf Stabilisierung

In diesem Jahr setzten sich die widrigen Bedingungen fort. Während es angesichts der Unsicherheit kaum Börsengänge von Tech-Firmen gebe, seien die Unternehmensbewertungen zu Jahresbeginn bereits in einem Fünftel der Finanzierungsrunden gesunken. Zugleich gebe es weniger Neugründungen, und es trauten sich zunehmend die erfahrenen Gründer an den Markt. Es gebe aber Hoffnung auf eine Stabilisierung gegen Jahresende mit mehr Börsengängen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert