Das Umweltministerium Brasiliens hat bekannt gegeben, dass die Abholzung im Amazonasgebiet seit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva deutlich gesunken ist. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei die abgeholzte Fläche um 31 Prozent zurückgegangen.
Politische Veränderungen
Während der Amtszeit des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro (2019-2022) nahmen Abholzungen und Brandrodungen stark zu. Der Ex-Militär sah die Region vor allem als ungenutztes wirtschaftliches Potenzial und ließ Farmern und Goldschürfern bei der Landnahme weitgehend freie Hand. Den Kontrollbehörden kürzte er Gelder oder entzog ihnen ihre Kompetenzen.
Nachfolger Lula hat hingegen versprochen, den Umwelt- und Klimaschutz zu stärken. So ging die Polizei zuletzt mit einem Großeinsatz gegen illegale Goldsucher vor.
Internationale Unterstützung
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock warb gestern im Amazonasgebiet um internationale Unterstützung im Kampf gegen Abholzung. „Wir haben bereits für den Amazonienfonds in der Vergangenheit Millionen eingezahlt. Diese Reise dient auch dazu, weitere Millionen dafür zur Verfügung zu stellen“, sagte die Grünen-Politikerin auf ihrer Lateinamerika-Reise in der brasilianischen Großstadt Belém im Amazonasgebiet.
CO2-Speicher und Klimawandel
Der Amazonas-Regenwald gilt als CO2-Speicher und hat eine wichtige Funktion im internationalen Kampf gegen den Klimawandel. Die Abholzung und Brandrodung des Regenwaldes tragen maßgeblich zur Erderwärmung bei.
Entwicklung im Cerrado
Im Cerrado, den Feuchtsavannen im Südosten Brasiliens, ist die Entwaldung hingegen um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
