Im Rahmen des Projekts „Spurensuche Gartenschläfer“ haben der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung festgestellt, dass Pestizide eine wesentliche Ursache für das dramatische Verschwinden des Gartenschläfers sind. Der Gartenschläfer ist das Wildtier des Jahres 2023.

Pestizide in fast allen untersuchten Gartenschläfer-Totfunden nachgewiesen

Die Untersuchungen ergaben, dass Pestizide in fast allen untersuchten Gartenschläfer-Totfunden nachgewiesen wurden. Überwiegend wurden sogar mehrere Chemikalien gefunden, darunter DDT und Rattengift. Die Forscher*innen wiesen auch hohe Konzentrationen des Insektengifts DDT bzw. dessen Abbauprodukten in den Tieren nach.

Pestizide führen auch zu Verhungern infolge des Insektensterbens

Der Einsatz von Pestiziden führt auch dazu, dass weniger Insekten vorhanden sind. Dadurch haben die Tiere weniger Nahrung zur Verfügung. Mit dieser Nahrung aus Insekten nehmen sie Gift auf, das sich in ihrem Fettgewebe anlagert. Zusätzlich droht ihnen Rattengift, das auch für andere Wildtiere hochtoxisch ist.

Der Gartenschläfer ist stark gefährdet

Der Gartenschläfer ist ein kleiner Verwandter des Siebenschläfers und war ursprünglich weit in Deutschland und Europa verbreitet. Doch allein in den letzten 30 Jahren ging die Verbreitung des Gartenschläfers europaweit um rund 50 Prozent zurück. Der Einsatz von Pestiziden gehört mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den wesentlichen Ursachen für das dramatische Verschwinden des Gartenschläfers.

Forderungen des BUND

Der BUND fordert die Bundesregierung auf, sich jetzt mindestens für eine Halbierung des Pestizideinsatzes bis 2030 sowie ein Verbot der besonders gefährlichen Pestizide stark zu machen. Das Landwirtschaftsministerium muss sich dafür national und auf EU-Ebene einsetzen, um die Artenvielfalt zu schützen.

#BesserOhneGift

Unter dem Hashtag #BesserOhneGift setzt sich der BUND für den Schutz der Artenvielfalt ein und fordert einen Kurswechsel beim Pestizideinsatz.

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