Der Rothirsch, das Wappentier Baden-Württembergs, ist aufgrund der Landespolitik am Beginn eines Aussterbeprozesses. Laut einer Studie des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz darf die Art nur auf 4 Prozent der Landesfläche existieren, während auf 96 Prozent die Ausrottung per Gesetz vorgesehen ist.
Negative Auswirkungen auf genetische Vielfalt
Die Isolation der Tierart hat bereits stark negative Auswirkungen auf ihre genetische Vielfalt. Innerhalb der wenigen Populationen geht durch Inzucht immer mehr genetisches Material verloren und zwischen den Populationen gibt es nur einen sehr geringen Austausch. Populationsgenetiker sprechen daher vom Beginn eines Aussterbeprozesses.
Kritik an Minister Hauk
Die Deutsche Wildtier Stiftung kritisiert die Reaktion des zuständigen Forstministers Peter Hauk auf die Ergebnisse der Studie. In einer Pressemeldung schlug er als einzige konkrete Maßnahme das künstliche Verbringen von Rotwild zwischen den Gebieten vor. Wildbiologen lehnen diese Maßnahme jedoch ab, da niemand weiß, welche Gene man so verbreitet und weil es das Problem nachhaltig nicht löst.
Forderungen der Deutschen Wildtier Stiftung
Die Deutsche Wildtier Stiftung plädiert stattdessen für eine Stärkung des Lebensraumverbundes und die Auflösung der sogenannten Rotwildbezirke, wie sie in Baden-Württemberg seit 1958 existieren. Eine Kampagne für mehr Lebensraum für den Rothirsch in Baden-Württemberg hat in den Jahren 2019 und 2020 über 40.000 Unterschriften gesammelt.
Vor dem Hintergrund der nun vorgestellten Ergebnisse fordert die Stiftung erneut, kurzfristig außerhalb der bestehenden Rotwildgebiete grundsätzlich alle männlichen, mindestens 1-jährigen Rothirsche zu schützen und den Lebensraumverbund zu stärken.
