Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hat bekannt gegeben, dass der Schriftsteller Lutz Seiler den Georg-Büchner-Preis 2023 erhalten wird. Die Entscheidung wurde von der Jury getroffen und von der Akademie am Dienstag in Darmstadt verkündet.
Die Jury würdigte Seiler als einen Autor, der mit seinen klangvollen Gedichtbänden begonnen hat und dann zum Erzählen fand. Er bleibt jedoch immer ein klarer und rätselhafter, dunkel leuchtender Lyriker. Besonders hervorgehoben wurde sein Werk „schrift für blinde riesen“. Als Romancier und Dichter hat Seiler seine eigene unverwechselbare Stimme gefunden, melancholisch, dringlich, aufrichtig und voller wunderbarer Echos aus einer langen literarischen Tradition.
Der Georg-Büchner-Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird am 4. November im Staatstheater Darmstadt verliehen. Er zählt zu den renommiertesten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Seiler wurde bereits 2014 mit dem Deutschen Buchpreis für seinen Debütroman „Kruso“ ausgezeichnet und erhielt 2020 den Preis der Leipziger Buchmesse für seinen Roman „Stern 111“.
Lutz Seiler folgt als Büchner-Preisträger auf die Schriftstellerin, Schauspielerin und Theaterregisseurin Emine Sevgi Özdamar. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung vergibt den Preis seit 1951 an Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die in deutscher Sprache schreiben und einen bedeutenden Beitrag zur Gestaltung des deutschen Kulturlebens leisten. Der Preis wird vom Bund, dem Land Hessen und der Stadt Darmstadt finanziert.
Zu den bisherigen Preisträgern zählen namhafte Autoren wie Max Frisch, Günter Grass und Heinrich Böll. In den letzten Jahren wurden Rainald Goetz, Marcel Beyer, Jan Wagner, Terézia Mora, Lukas Bärfuss, Elke Erb und Clemens J. Setz mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Namensgeber des Preises ist der Dramatiker und Revolutionär Georg Büchner, der 1813 im Großherzogtum Hessen geboren wurde und 1837 in Zürich verstarb.
