Deutsche Bank und China-Strategie

Nach ihrer Teilnahme an der UN-Sicherheitsratssitzung in New York setzt Außenministerin Annalena Baerbock ihre Sommerreise in Deutschland fort. Im Mittelpunkt steht die Widerstandsfähigkeit Deutschlands und das Verhältnis zu China. Baerbock besucht führende Unternehmen der Bank- und Chemiebranche, knapp eine Woche nach der Vorstellung der China-Strategie der Bundesregierung.

Besuch bei der Deutschen Bank

Im Rahmen ihrer Sommerreise unter dem Motto „Gemeinsam stark“ trifft Baerbock zunächst Vertreter großer deutscher Geldhäuser in der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. Dabei wird sie mit dem Vorstandschef der Deutschen Bank, Christian Sewing, der stellvertretenden Vorstandschefin der Commerzbank, Bettina Orlopp, der Sprecherin des Vorstands der UniCredit-Hypovereinsbank, Marion Höllinger, und dem Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Heiner Herkenhoff, zusammenkommen. Themen werden unter anderem die Chancen und Herausforderungen des wachsenden asiatischen Marktes und der Globalisierung sein. Zudem wird die Ministerin sich über Formen der Klimafinanzierung austauschen. Die Deutsche Bank hat ein Engagement von 6,1 Milliarden Euro oder ein Prozent des Gesamtkreditbuchs in China.

BASF und die Diversifizierung von Bezugs- und Absatzmärkten

Anschließend wird Baerbock die Zentrale des Chemie-Riesen BASF in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) besuchen. Dort wird sie sich über die Diversifizierung von Bezugs- und Absatzmärkten informieren, insbesondere mit Blick auf China. Trotz Kritik von Aktionären setzt BASF weiterhin auf China als Wachstumsmarkt der Zukunft. Die Volksrepublik steht für rund die Hälfte der weltweiten Umsätze in der Chemie. Vorstandschef Martin Brudermüller betonte dies kürzlich bei der Hauptversammlung zur strategischen Ausrichtung des Dax-Konzerns.

Besuch bei einem Geothermie-Projekt

Zum Abschluss der Reise ist ein Besuch bei einem Geothermie-Projekt in Bruchsal (Baden-Württemberg) geplant. Dort wird auch die Gewinnung von Lithium, das für die Batterieherstellung wichtig ist, thematisiert.

Ampel-Regierung und China-Strategie

Die Ampel-Regierung strebt an, wirtschaftliche Abhängigkeiten von China zu verringern, plant jedoch keinen grundlegenden Kurswechsel. Die Unternehmen sollen sich im Rahmen der Risikomanagement-Prozesse konkret mit chinabezogenen Entwicklungen und Risiken auseinandersetzen. Die Kosten von „Klumpenrisiken“ sollen verstärkt intern von den Unternehmen getragen werden, um im Falle einer geopolitischen Krise nicht auf staatliche Mittel zur Rettung angewiesen zu sein. Dies betrifft auch die Deutsche Bank und BASF.

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