Mobbing als subtile Form von Gewalt

Mobbing ist eine subtile Form von Gewalt, die viele Facetten hat. Levi Hackbarth, Ergotherapeut im Deutschen Verband Ergotherapie e.V. (DVE), definiert Mobbing als langfristiges Schikanieren, das sich gezielt gegen Einzelne richtet. Es ist wichtig, Mobbing von Konflikten zu unterscheiden, da Konflikte im Kindesalter wichtige Erfahrungen sein können und sich positiv auf die Entwicklung auswirken können. Im Gegensatz dazu löst Mobbing bei den Betroffenen immer schmerzhafte Gefühle wie Demütigung und Wertlosigkeit aus, wodurch das Selbstvertrauen der Mobbingopfer mit jedem Angriff schwindet.

Ergotherapeuten stärken das Selbstvertrauen

Ergotherapeuten setzen genau an diesem Punkt an: Sie stärken das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl von betroffenen Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen. Dabei konzentrieren sie sich nicht nur auf die Opfer, sondern auch auf die Täter, die ebenfalls dringend Hilfe benötigen. Mobber zielen darauf ab, andere Personen physisch oder psychisch zu verletzen, sie zu beschimpfen, zu beleidigen, zu erniedrigen oder auszugrenzen und dadurch zu isolieren. Mobbing kann über längere Zeit andauern, wenn sich das Opfer nicht dagegen wehrt. Ergotherapeut Levi Hackbarth betont, dass niemand eine solche systematische und wiederholte Schikane aushalten kann.

Mobbing in der digitalen Welt

Seit der Corona-Pandemie hat sich Mobbing verstärkt in die digitale Welt verlagert. Früher endete das Mobbing für Kinder und Jugendliche beispielsweise mit einem Schulwechsel oder dem Ende der Schulausbildung. Heutzutage setzt sich das Quälen und Attackieren jedoch oft online fort. Das gilt auch für Erwachsene, die den Arbeitgeber oder den Wohnort wechseln. Ausgrenzung findet statt, indem die gemobbte Person beispielsweise nicht in WhatsApp-Gruppen aufgenommen wird, von gemeinsamen Aktivitäten ausgeschlossen wird oder nicht mehr eingeladen wird. Diese perfide Vorgehensweise fällt den Betroffenen oft nicht sofort auf. Das soziale Miteinander ist jedoch für Menschen sehr wichtig, da jeder Anschluss finden und dazugehören möchte.

Auswirkungen von Mobbing

Mobbing ist alles andere als ein Spaß oder ein Kavaliersdelikt. Mobber sollten sich bewusst sein, dass sie ihrem Opfer massiven Schaden zufügen. Je länger das Mobbing andauert, desto schwerwiegender sind die Auswirkungen. Bei Schülern können die schulischen Leistungen abfallen, Jugendliche oder Erwachsene, die studieren oder arbeiten, verlieren zunehmend Energie und können ihr Potenzial nicht entfalten. Gesundheitliche Probleme, abnehmendes Selbstwertgefühl, Rückzug von früheren Aktivitäten und Treffen sowie psychische Folgen wie Angstzustände und Depressionen können die Folge sein. Es ist daher wichtig, Mobbing frühzeitig zu erkennen und den Betroffenen Hilfe anzubieten.

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