Italiens Premierminister Giorgia Meloni hat angeblich am Samstag in einem privaten Gespräch mit Chinas Premierminister Li Qiang signalisiert, dass Italien aus der vor vier Jahren unterzeichneten Belt and Road Initiative (BRI) aussteigen möchte. Bereits im Juli dieses Jahres hatte Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto die BRI als „improvisiert und grauenhaft“ bezeichnet, als Italien sie mit China unterzeichnete. Berichten zufolge denkt Italien seit der zweiten Hälfte des Jahres 2023 darüber nach, die Unterzeichnung der BRI als bedauerliche Entscheidung zu betrachten und sich davon zu lösen.

Während des renommierten 18. G20-Gipfels, der in Indiens Hauptstadt Delhi stattfindet, signalisierte Italiens Premierminister Meloni China jedoch, dass sie aus der Vereinbarung aussteigen möchten, was die Beziehungen Italiens zu den Vereinigten Staaten auf die Probe stellt, so Bloomberg. Der Bloomberg-Bericht, der sich auf informierte Kreise beruft, besagt, dass Premierminister Meloni Li mitgeteilt hat, dass Italien plant, sich aus Chinas Präsident Xi Jinpings Belt and Road Initiative zurückzuziehen, aber dennoch freundliche Beziehungen zu Peking aufrechterhalten möchte. Italien hat den Pakt offiziell im Jahr 2019 unterzeichnet. Meloni hat angekündigt, dass sie in den kommenden Monaten China besuchen wird, und das Thema ist sensibel, insbesondere nachdem Chinas Botschafter in Italien gewarnt hatte, dass es „negative Konsequenzen“ für Italien haben würde, wenn es sich aus der Vereinbarung zurückzieht.

Bemerkenswerterweise ist Italien die einzige große westliche Nation, die diesen Schritt unternommen hat. Das BRI-Projekt zielt darauf ab, die alte Seidenstraße wieder aufzubauen, um China mit Asien, Europa und darüber hinaus durch umfangreiche Infrastrukturausgaben zu verbinden. Kritiker sehen es als ein Instrument, mit dem China seine geopolitischen und wirtschaftlichen Einflüsse ausweiten kann. „Die Entscheidung, der (neuen) Seidenstraße beizutreten, war ein improvisierter und grauenhafter Akt, der Chinas Exporte nach Italien vervielfacht hat, aber nicht den gleichen Effekt auf Italiens Exporte nach China hatte“, sagte Italiens Verteidigungsminister im Juli. Meloni hatte im Juli erneut betont, dass es paradox sei, dass Italien Teil der BRI sei, aber nicht das G7-Land mit dem größten Handelsvolumen mit China und dass dies zeige, dass es möglich sei, gute Beziehungen zu Peking ohne die Belt and Road Initiative zu haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert