Vorschlag des Premierministers
Albaniens Ministerpräsident Edi Rama hat die Idee geäußert, in der Hauptstadt Tirana einen souveränen Mini-Staat zu gründen, der dem muslimischen Sufi-Orden der Bektaschi gewidmet ist. Inspiriert von dem Modell des Vatikans, plant Rama, diesen neuen Staat zu etablieren, was jedoch aufgrund erforderlicher Gesetzesänderungen noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.
Reaktionen auf die Idee
Die Ankündigung wurde erstmals während eines Zukunftsgipfels der Vereinten Nationen in New York präsentiert und sorgte für Überraschung unter den albanischen Bürgern. Edmond Brahimaj, der Anführer des Bektaschi-Ordens in Tirana, zeigte sich von der Initiative begeistert und sieht darin eine Chance für mehr religiöse Toleranz und Frieden.
Geplante Struktur des Mini-Staats
Der geplante Mini-Staat soll auf einer Fläche von über zehn Hektar entstehen, die derzeit das „Weltzentrum der Bektaschi“ beherbergt. Geplant sind eigene Grenzen, eine Verwaltung sowie Reisepässe für den neuen Staat. Der Bektaschi-Orden, der im 13. Jahrhundert gegründet wurde, hat eine lange Geschichte und war im Osmanischen Reich weit verbreitet.
Religiöse Verteilung in Albanien
In Albanien bekennen sich etwa 50 Prozent der Bevölkerung zum Islam, wobei 10 Prozent dem Bektaschi-Orden angehören. Die restlichen Bürger identifizieren sich als römisch-katholische oder orthodoxe Christen. Während der kommunistischen Ära war die Religionsausübung in Albanien stark eingeschränkt.
Kritik an Ramas Vorschlag
Der Dachverband der Muslime Albaniens, KMSH, hat Ramas Idee scharf kritisiert und befürchtet, dass sie die religiöse Harmonie im Land gefährden könnte. In einer Erklärung wurde betont, dass solche Initiativen einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen könnten. Zudem wurde angemerkt, dass Rama weder den KMSH noch den Interreligiösen Rat Albaniens in die Überlegungen einbezogen hat.
Verfassungsrechtliche Bedenken
Die albanische Verfassung sieht vor, dass das Land „einig und unteilbar“ ist, was zusätzliche rechtliche Herausforderungen für Ramas Vorhaben mit sich bringt. Änderungen an der Verfassung erfordern eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Rama betont, dass sein Vorschlag der Bewahrung der religiösen Toleranz dienen soll und wehrt sich gegen die Kritik, indem er seinen Gegnern Ignoranz vorwirft.
