Vorfall in Cetinje
In der historischen Hauptstadt Cetinje in Montenegro kam es am Mittwoch zu einer Schießerei, bei der mindestens vier Personen, darunter zwei Kinder, ums Leben kamen. Der Täter eröffnete zunächst im Inneren eines Restaurants das Feuer und setzte seine Angriffe anschließend auf der Straße fort, wie lokale Medien und die Polizei berichteten.
Details zum Vorfall
Berichten zufolge ging dem Schusswechsel eine Auseinandersetzung im Restaurant voraus, in deren Verlauf mehrere Personen getötet wurden. Der Schütze, der nach wie vor flüchtig ist, verließ das Restaurant und schoss auf der Straße weiter, wobei er zwei Kinder traf. Ein Polizeisprecher bestätigte die Zahl der Todesopfer.
Reaktionen der Behörden
Der montenegrinische Premierminister Milojko Spajic bezeichnete den Vorfall als „schreckliche Tragödie“ und kündigte drei Tage nationalen Trauerns an. Er erwähnte nicht die genaue Anzahl der Opfer, informierte jedoch darüber, dass vier Personen zur Behandlung in ein Krankenhaus in Podgorica, der Hauptstadt, gebracht wurden. Spajic gab an, dass der Täter anscheinend keine Verbindungen zu organisierten Kriminalitätsgruppen habe und dass bei der Auseinandersetzung Schusswaffen eingesetzt wurden.
Stille in Cetinje
Die Straßen von Cetinje waren am Mittwoch ungewöhnlich ruhig und schneebedeckt, abgesehen von den Einsatzkräften der Polizei. Spezialeinheiten und Antiterror-Einheiten suchten in den umliegenden Hügeln nach dem Verdächtigen. Die Polizei forderte die Bevölkerung auf, in ihren Häusern zu bleiben.
Polizeieinsatz und Waffengesetz
Die Polizei von Montenegro erklärte in einer Mitteilung, dass alle verfügbaren Einheiten im Einsatz seien, um den Verdächtigen zu fassen. Massenschießereien sind in Montenegro vergleichsweise selten, obwohl das Land eine tief verwurzelte Waffenkultur hat. Im Jahr 2022 wurden bei einer ähnlichen Schießerei elf Menschen, darunter zwei Kinder, getötet. Trotz strenger Waffengesetze bleibt der Westbalkan, zu dem auch Montenegro gehört, mit Waffen überschwemmt, die häufig aus den blutigen Kriegen der 1990er Jahre stammen.
Ausblick auf zukünftige Maßnahmen
Premierminister Spajic kündigte an, dass die Behörden die Kriterien für den Waffenbesitz verschärfen werden, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.