Alzheimer ist eine unheilbare Krankheit, die das Gedächtnis und die kognitive Fähigkeit beeinträchtigt. Ein neues Medikament namens Donanemab soll laut Hersteller Eli Lilly das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen und somit ein Durchbruch in der Behandlung sein.
Alzheimer – eine häufige Form der Demenz
Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz und betrifft vor allem ältere Menschen. Laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft erkrankten allein im Jahr 2021 etwa 440.000 Menschen über 65 Jahren neu an der Demenzform.
Donanemab – ein vielversprechendes Medikament
Donanemab ist ein Antikörper, der im Gehirn der Patienten eine Form des Peptids Amyloid-β erkennt, das bei Alzheimer-Erkrankten im Gehirn in Amyloid-Plaques angehäuft ist. Das neue Medikament zielt darauf ab, diese abgelagerten Plaques zu entfernen, anstatt nur die Ablagerung neuer oder das Wachstum bestehender Plaques zu verhindern.
Studie zeigt vielversprechende Ergebnisse
In einer 18-monatigen Phase-III-Studie mit mehr als 1700 Teilnehmern zeigten die Menschen, die Donanemab bekommen hatten, nach Unternehmensangaben rund 35 Prozent weniger kognitive Beeinträchtigungen als solche, die ein Scheinmedikament erhalten hatten. Auch im Alltagsrahmen zeigten sich Verbesserungen. Demnach waren die Patient:innen nach 18 Monaten Behandlungszeit bei Aktivitäten des täglichen Lebens um 40 Prozent weniger beeinträchtigt als die Placebogruppe.
Experten äußern sich positiv, warnen aber vor Nebenwirkungen
Experten sprechen von einem „wirklichen Fortschritt“ in der Behandlung von Alzheimer, warnen jedoch auch vor möglichen Nebenwirkungen. Hans-Ulrich Demuth, Professor am Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie, bezeichnet das Medikament als „überragenden Behandlungserfolg der Alzheimererkrankung mit einem Antikörper“. Auch Christian Haass, der die Abteilung für neurodegenerative Erkrankungen an der Ludwig-Maximilians-Universität München leitet, äußert sich vorsichtig optimistisch.
Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde beantragt
Der US-Pharmakonzern Eli Lilly plant, noch in diesem Quartal die Zulassung des Medikaments bei der US-Arzneimittelbehörde FDA zu beantragen.