Der erste Gedanke bei Routine mag zwar erstmal Langeweile sein, doch es lohnt sich, neue Gewohnheiten zu etablieren. Sie unterstützen die kognitiven Fähigkeiten, können die Gesundheit fördern und dem Leben sogar eine gewisse Würze verleihen.
Zeit sparen und Stress reduzieren
Ein Beispiel: Der Bus fährt in fünf Minuten ab, die Zeit wird knapp. Doch der Schlüssel lässt sich einfach nicht finden. Eine Situation, die für unnötigen Stress sorgt. Eine Routine könnte hier Abhilfe schaffen. Wer sich angewöhnt, den Schlüssel immer in eine Schale auf dem Wohnzimmertisch zu legen oder an ein Schlüsselbrett zu hängen, verschwendet weniger Zeit, um den verlorenen Schlüssel zu suchen und ist weniger gestresst. Außerdem bleibt mehr Zeit für die Dinge, die Spaß machen.
Gesunde Entscheidungen treffen
Routinen helfen auch dabei, gesunde Entscheidungen zu treffen, denn einmal etablierte Routinen gehören zu den festen Gewohnheiten. Statt sich immer wieder entscheiden zu müssen, gibt die gelernte Routine vor, dass wir zum Beispiel jeden Tag einen Apfel essen. Wie uns gesunde Routinen helfen und wie wir sie in den Alltag einbauen können.
Kognitive Fähigkeiten unterstützen
Wer tägliche Routinen hat, unterstützt auch die kognitiven Fähigkeiten. Untersuchungen haben gezeigt, dass regelmäßige Arbeitsprozesse es Arbeitnehmer:innen ermöglichen, ihre kognitive Energie nicht bei wiederkehrenden Aufgaben aufwenden zu müssen. Das könne die Konzentration und Kreativität unterstützen, sagt Megan Edgelow, Assistenzprofessorin für Gesundheitswissenschaften an der Queen’s University in Ontario in „The Conversation“. Bei älteren Menschen können Routinen sogar dabei helfen, dass sie in ihrer häuslichen Umgebung besser klarkommen.
Leben mit Würze
Nicht nur in Krisenzeiten helfen Routinen außerdem dabei, dass sich die Situation kontrollierbarer und vorhersehbarer anfühlt. Doch eine Routine muss nicht nur dazu da sein, um produktiver zu sein, den Tag zu strukturieren oder Zeit zu sparen: „Routinen können unserem Leben auch eine gewisse Würze verleihen. Untersuchungen weißen darauf hin, dass eine gesundheitsfördernde Aktivität wie Wandern die Möglichkeit bieten kann, die Natur zu genießen, neue Orte zu erkunden und Kontakte zu knüpfen“, sagt Megan Edgelow.
Geduld haben
Wer neue, gesunde Routinen in den Alltag integrieren möchte, sollte sich nicht zu viel vornehmen. Bis eine Routine quasi automatisch abläuft, ist es anstrengend, das Vorhaben jeden Tag 15 Minuten zu lesen, wirklich in die Tat umzusetzen. In einer Studie vom University College sollten 96 Studierende sich eine neue und gesunde Alltagsroutine angewöhnen. Durchschnittlich brauchten die Proband:innen 66 Tage, bis das neue Verhalten automatisch ablief. Heißt: Es braucht Zeit, um neue Routinen in das eigene Leben zu integrieren. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass zu viele und zu komplexe Routinen eher kontraproduktiv sein können.