Im Rahmen der „Schul-IT-Beschaffertage“ hat der Vorstand der Stiftung Digitale Bildung, Jürgen Biffar, betont, dass der Softwarebereich bei der staatlichen Förderung der Digitalisierung an Schulen bisher vernachlässigt wurde. Um die Entwicklung guter Lernsoftware voranzutreiben, sei öffentliche Förderung notwendig, da ein funktionierender Softwaremarkt aktuell noch nicht vorhanden sei.

Lehrkräftemangel und Bildungsungerechtigkeit

Jürgen Biffar betonte in seinem Vortrag, dass Lernsoftware eine Möglichkeit sein kann, den Lehrberuf durch Entlastung der Lehrkräfte wieder attraktiver zu machen und in der Folge auch die Bildungsgerechtigkeit zu erhöhen. Aufgrund des Lehrkräftemangels und der hohen Belastung der Lehrkräfte könne in den Schulen immer weniger auf einzelne Schülerinnen und Schüler eingegangen werden. Das habe zur Folge, dass sich die Bildungschancen der Kinder aus Familien verringern, die nicht auf zusätzliche Ressourcen wie private Nachhilfe oder Privatschulen zugreifen können.

Lernsoftware als Lösung

Lernsoftware kann aus Sicht der Stiftung Digitale Bildung den Lehrkräften den nötigen Freiraum zum Eingehen auf die individuellen Anforderungen der Lernenden verschaffen. Wenn sie als ganzheitliches Lernsystem konzipiert ist, kann Lernsoftware die Lehrkräfte von den Routineaufgaben der grundlegenden Wissensvermittlung entlasten. Dabei sorgen aktuelle didaktische Konzepte mit Gamification, Storytelling, vielseitigen Interaktionen und ansprechender grafischer Gestaltung für eine hohe Motivation beim Lernen.

Herausforderungen

Die hohen Anfangsinvestitionen und ungünstige Rahmenbedingungen haben bisher verhindert, dass ein Markt für Lernsoftware in Form digitaler Lernsysteme entsteht. Zulassungsverfahren für Lernsoftware, die sich an den Zulassungsanforderungen für Lehrbücher orientieren, erschweren die Entwicklung und Verbreitung von Lernsoftware. Hochwertige Lernsoftware ist zudem teuer und erfordert eine höhere Investition als die Hardware, auf der sie läuft.

Die Schul-IT-Beschaffertage wurden von der Fachzeitschrift „Behörden Spiegel“ und der Rechtsanwaltsgesellschaft „Mayburg“ am 26./27. April als Webkonferenz veranstaltet.

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