Im ersten Quartal 2023 ist das Vertrauen in eine positive Wirtschaftsentwicklung vor allem in Westeuropa zum dritten Mal in Folge deutlich angestiegen, wie der Global Economic Conditions Survey (GECS) von IMA und ACCA zeigt. Die Angst vor einer Rezession in diesem Jahr ist unter den Finanzexperten auf breiter Ebene gesunken. Allerdings steigen die Rezessionsängste in Deutschland aktuell wieder leicht an.
Vertrauen
Das weltweite Vertrauen in eine Erholung der Wirtschaft ist im ersten Quartal 2023 zum dritten Mal in Folge gestiegen – vor allem in Westeuropa. Hier ist es am höchsten, doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt. Die Folgen des Kriegs scheinen beherrschbar geworden zu sein. Auch die Verbraucher scheinen relativ optimistisch: Ihre Situation ist durch die niedrige Arbeitslosigkeit und staatliche Unterstützungsmaßnahmen vergleichsweise stabil geblieben.
Aufträge
Nachdem Westeuropa 2022 den weltweit zweitgrößten Auftragsrückgang zu verzeichnen hatte, stieg der Auftragsbestand im ersten Quartal 2023 leicht an. Das globale Auftragsniveau zeigt – anders als der Vertrauensindex – keine sichtbare Aufwärtstendenz.
Konjunkturelle Erholung
Die Weltwirtschaft erholt sich schneller als erwartet. Die verbesserten makroökonomischen Rahmenbedingungen lassen die Unternehmen mehr in Kapital und Personal investieren. Auf der anderen Seite ziehen die Notenbanken die Zügel wieder an – bislang jedoch ohne Auswirkungen auf die Finanzierungskonditionen und die Kapitalemission bzw. -beschaffung.
Inflation
Die jährliche Harmonized Index of Consumer Prices (HICP)-Inflation lag im März 2023 bei 6,9 Prozent. Basiseffekte außerhalb der Berechnung haben sich hier offenbar als hilfreich erwiesen. Sie werden sich voraussichtlich im zweiten Quartal noch deutlicher zeigen. Auch der fortgesetzte Preisverfall in den Energiemärkten sowie der Abbau von Engpässen in den Lieferketten drücken auf die Preise für Konsumgüter.
Betriebskosten
Der Global Concern Index zeigt, dass die Betriebskosten weiterhin ein wichtiges Thema für Unternehmen sind. Die straffere Geldpolitik der Notenbanken könnte das Konjunkturklima in der zweiten Jahreshälfte empfindlich dämpfen.
