Der Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) leistet einen wichtigen Beitrag zur modernen Ausstattung von Facharztpraxen. Laut einer Studie des Datendienstleisters Rebmann Research zur Finanzierung innovativer Diagnose- und Behandlungsmethoden in der ambulant-ärztlichen Versorgung würde es für Facharztpraxen ohne den überproportionalen Finanzierungsbeitrag der Privatversicherten deutlich schwieriger sein, die Versorgung auf dem neuesten Stand der Technik anzubieten.
Mehrumsätze der Privatversicherten ermöglichen moderne Medizintechnik
Die Refinanzierung moderner Medizintechnik würde teilweise fast doppelt so lange dauern, wenn es nicht die Mehrumsätze der Privatversicherten gäbe. In bestimmten Fällen würde sich die Anschaffung innovativer Diagnose- und Behandlungsmethoden für die Arztpraxis überhaupt nicht mehr lohnen. Ohne die Mehrumsätze der Privatversicherten wäre die Ausstattung der Arztpraxen mit moderner Medizintechnik also sicher schlechter. Im ambulant-ärztlichen Bereich liegen die Mehrumsätze bei über 6 Milliarden Euro pro Jahr – das entspricht im Schnitt mehr als 55.000 Euro je Arztpraxis.
PKV fördert Verbreitung neuer Diagnose- und Behandlungsmethoden
Die PKV fördert die Verbreitung neuer, innovativer Diagnose- und Behandlungsmethoden in der Versorgung. Eine Investition in die optische Kohärenztomografie (OCT) zur Diagnostik und Therapiesteuerung bei Netzhauterkrankungen ist beispielsweise im heutigen dualen Gesundheitssystem aus GKV und PKV bei den Augenärzten nach 1,8 Jahren refinanziert. Bei einem einheitlichen Vergütungsrahmen nach GKV-Regeln dauerte es dagegen 5,4 Jahre. Ohne die Mehrumsätze der Privatversicherten würde sich die Verbreitung moderner Medizintechnik in der ambulanten Versorgung erheblich verzögern.
Bedingungen für Praxis-Ausstattung mit innovativen Diagnose- und Therapieverfahren
Rebmann Research kommt zu dem Fazit, dass die Bedingungen für eine Praxis-Ausstattung mit innovativen Diagnose- und Therapieverfahren im dualen Finanzierungssystem „ungleich besser“ seien als „unter einem einheitlichen Regulierungs- und Vergütungsrahmen nach dem Vorbild der GKV“. Vom Wettbewerb des dualen Systems mit der PKV profitieren also auch die Kassenpatienten. Er sichert die Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger am medizinisch-technischen Fortschritt.
Die Studie von Rebmann Research „Innovation und Diffusion in der ambulant-ärztlichen Versorgungsstruktur“ ist in der Schriftenreihe des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung (WIP) erschienen.
