Außenministerin Annalena Baerbock hat ihre dreitägige Reise in die Golfregion mit einem Treffen mit dem Staatsoberhaupt des Emirats Katar, Emir Tamim bin Hamad Al Thani, fortgesetzt. Dabei ging es um Lösungsansätze bei regionalen Krisen und um Energiezusammenarbeit.
Spagat in Sachen Menschenrechte
Wie schon bei ihrem Besuch in Saudi-Arabien stand Baerbock auch in Katar vor einem Spagat. Die schwierige Menschenrechtslage in Katar steht einer wichtigen Rolle des Landes im Zusammenhang mit dem Iran, Afghanistan sowie bei Energie- und Klimathemen gegenüber.
Iran und Energiezusammenarbeit
Bezüglich des Irans dürfte es neben dem seit Jahren auf Eis liegenden Atomabkommen und den Protesten innerhalb des Landes auch um die Zusammenarbeit mit Russland in dessen Angriffskrieg gegen die Ukraine gehen. Der Wohlstand Katars beruht vor allem auf seinen Erdgasreserven – es sind weltweit die drittgrößten nach Russland und Iran. Katar gilt als weltgrößter Exporteur von Flüssiggas.
Lieferung von Flüssigerdgas nach Deutschland
Von 2026 an will Katar nach einem Abkommen von Ende November Flüssigerdgas (LNG) nach Deutschland liefern. Die geplante Menge könnte etwa drei Prozent des deutschen Jahresbedarfs decken. Deutschland will mit LNG aus aller Welt ausbleibendes Erdgas aus Russland ersetzen. Die Lieferungen aus Katar sollen bis zu zwei Millionen Tonnen im Jahr umfassen und über mindestens 15 Jahre gehen.
Export nach Japan, China, Südkorea und Indien
Katar ist der weltgrößte Exporteur von Flüssiggas und hat als Hauptabnehmer Japan, China, Südkorea und Indien.
Treffen mit Premierminister und Außenminister
Als Abschluss des Besuchs in dem reichen Golf-Emirat ist ein Treffen mit Premierminister und Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani geplant.
