Die Vermögen der Dollar-Millionäre sind im letzten Jahr gesunken, wie aus Daten der Finanz-Beratungsfirma Capgemini hervorgeht. Der Rückgang ist vor allem auf den Einbruch der Aktienmärkte zurückzuführen, von dem viele Reiche weltweit betroffen waren. Laut Capgemini sank die Zahl der Menschen weltweit, die über ein anlagefähiges Vermögen von mindestens einer Million US-Dollar verfügen, binnen Jahresfrist um 3,3 Prozent auf 21,7 Millionen. Der Gesamtwert ihrer Vermögen schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent auf 83 Billionen Dollar. Dies sei in beiden Kategorien der stärkste Rückgang seit mehr als zehn Jahren, so Capgemini.
Rückgang in Deutschland und Europa
Auch in Deutschland verkleinerte sich der Club der Dollar-Millionäre von 2021 auf 2022 um 20.900 Menschen auf gut 1,61 Millionen Mitglieder. Ihr Gesamtvermögen sank um 2,2 Prozent auf gut 6,1 Billionen Dollar. In Europa insgesamt schrumpften die Vermögen der Dollar-Millionäre im Jahresvergleich um 3,2 Prozent auf 18,2 Billionen Dollar.
Nordamerika am stärksten betroffen
Den stärksten Vermögensrückgang verzeichnete die Region Nordamerika mit minus 7,4 Prozent auf 25,6 Billionen Dollar. Deutschland behauptet trotz sinkender Zahlen Platz drei in der Rangliste der Länder mit den meisten Dollar-Millionären. An der Spitze stehen die USA mit nun gut 6,9 Millionen Menschen in dieser Kategorie (2021: 7,46 Mio) vor Japan mit 3,55 (3,65) Millionen. China kommt als Viertplatzierter auf knapp 1,5 (rund 1,54) Millionen vermögende Privatpersonen („High Net Worth Individuals“ – kurz: HNWI).
Capgemini berücksichtigt verschiedene Vermögenswerte
Capgemini berücksichtigt in seinem seit 1997 jährlich erstellten „World Wealth Report“ Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, alternative Investments wie privates Beteiligungskapital, Bargeld sowie Immobilien, sofern diese nicht selbst genutzt werden. Sammlungen oder Gebrauchsgüter werden nicht eingerechnet. Andere Analysen bestätigen den von Capgemini aufgezeigten Trend: Der Versicherer Allianz prognostizierte bereits im Oktober für 2022 einen Rückgang des globalen Geldvermögens um mehr als zwei Prozent – der erste nennenswerte Vermögensverlust seit der Finanzkrise 2008.
Ursachen für den Rückgang
Capgemini ordnete den Rückgang der Vermögen der Dollar-Millionäre weltweit den geopolitischen wie auch makroökonomischen Unsicherheiten zu. In Deutschland waren vor allem Kursstürze an den Börsen im Jahr 2022 dafür verantwortlich.
