Die italienische Küstenwache hat am Mittwoch mitgeteilt, dass in vier separaten Rettungsaktionen im südlichen Mittelmeer über 1.400 Migranten aus überfüllten Booten gerettet wurden. Darunter befand sich auch ein Segelboot. Laut der Küstenwache waren 47 Migranten, darunter zwei Kinder, auf dem Segelboot in Notlage in der Region Kalabrien, im „Fuß“ der italienischen Halbinsel. Sie wurden von einem Küstenwachen-Motorboot am Dienstagmorgen gerettet. Die Rettungsaktionen begannen laut der Mitteilung am späten Montagabend und endeten in den frühen Morgenstunden des Mittwochs im Ionischen Meer vor der Ostküste Kalabriens. Ein Küstenwachen-Schiff nahm etwa 590 Migranten von einem Fischerboot auf und brachte später etwa 650 Migranten von einem anderen Fischerboot an Bord, so die Mitteilung. Ein Küstenwachen-Motorboot und ein italienisches Grenzpolizeischiff kamen einem vierten Schiff mit 130 Migranten an Bord zur Hilfe.

Über die Nationalitäten der Passagiere oder die von den Migrantenbooten genommenen Routen wurden keine Details bekannt gegeben. Aber im Allgemeinen starten viele Boote mit Migranten, die im Ionischen Meer gesichtet werden, von der türkischen Küste aus, wo Schmuggler überfüllte und seetauglich ungeeignete Boote starten.

Früher in diesem Jahr kollidierte ein Migrantenboot auf dieser Route mit einer Sandbank vor einer kalabrischen Strandstadt und brach auseinander. Mindestens 94 Migranten kamen ums Leben und 80 überlebten. Dieses Schiffsunglück wird strafrechtlich untersucht, einschließlich der Rolle mehrerer Mitglieder des italienischen Grenzpolizeikorps, das Schiffe vor der langen Küste des Landes betreibt. Vier mutmaßliche Schmuggler wurden festgenommen. Außerdem möchten die Ermittler wissen, ob Rettungsmaßnahmen Stunden früher hätten eingeleitet werden können. Berichten zufolge kehrten italienische Grenzpolizeiboote wegen stürmischer See zurück zum Hafen, und als ein Küstenwachen-Schiff, das besser für schlechte Seebedingungen ausgestattet war, das Gebiet erreichte, waren bereits Körper im Wasser. In diesem Fall war das Migrantenboot Stunden zuvor von einem Überwachungsflugzeug von Frontex, der Grenzüberwachungskraft der Europäischen Union, gesichtet worden.

In der Mitteilung der Küstenwache vom Mittwoch hieß es, dass die Besatzung eines Frontex-Überwachungsflugzeugs ein Fischerboot mit den 590 Migranten an Bord entdeckt hatte. Ein Frontex-Patrouillenboot und ein Frontex-Unterstützungsschiff waren laut der Küstenwache an den Rettungsaktionen für die beiden Fischerboote beteiligt. Die Nichtregierungsorganisation Alarm Phone, die häufig Satellitenanrufe von Migrantenbooten in Not entgegennimmt, war an den Rettungsaktionen nicht beteiligt.

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