Im Kreis Traunstein in Oberbayern wurden vermehrt Bärenspuren entdeckt. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es nun mehr als doppelt so viele Hinweise auf einen oder mehrere Bären in der Region. Die Diskussion darüber, ob Bären im Kreis leben sollten, ist neu entfacht.
Landrat lehnt dauerhafte Anwesenheit von Braunbär ab
Nach dem Nachweis eines Braunbären in Oberbayern will der Landrat Siegfried Walch (CSU) das Tier nicht dauerhaft im Landkreis dulden. Er sieht den Bären als Gefahr für die landwirtschaftliche Nutztierhaltung. „Ein Nebeneinander von großen Beutegreifern und Weidehaltung ist schlicht und ergreifend nicht möglich“, so Walch.
Experten widersprechen der Sichtweise des Landrats
Ein Experte des Bundes Naturschutz in Bayern (BN) widerspricht dieser Sichtweise. Das Landesamt für Umwelt (LfU) hatte am Montag bekanntgegeben, dass am Vortag im südwestlichen Teil des Landkreises Traunstein ein Braunbär von einer Wildkamera aufgenommen worden ist. Ob es sich bei den aktuellen Nachweisen immer um dasselbe Tier handelt, ist unklar.
Diskussion um Abschuss des Bären
Landrat Walch warnt davor, dass der Braunbär dauerhaft im oberbayerischen Landkreis leben könnte und brachte einen Abschuss in die Diskussion. „Wenn ein Bär bei uns in der Region heimisch wird, ist das eine Gefahr für die Sicherheit von Mensch und Tier.“ Seine Behörde werde umgehend die rechtliche Situation prüfen, ob und ab wann eine Entnahme geboten sei.
Entnahme als letztes Mittel
Der BN-Artenschutzreferent Uwe Friedel hingegen sieht ein Nebeneinander von Braunbär und Weidehaltung als möglich an. „Der Bär hat bisher keinerlei Anzeichen geliefert, die einen Abschuss fachlich und rechtlich rechtfertigen würden.“ Für die Schäfer und Bauern, die Tiere draußen hielten, gebe es Instrumente wie den Herdenschutz. Eine „Entnahme“ sei für Friedel nur die „ultima ratio“, also das letzte Mittel.
Empfehlungen des LfU
Das LfU empfiehlt Nutztierhaltern in den betroffenen Regionen, ihr Vieh nachts in Ställe zu bringen und Herdenschutzmaßnahmen zu ergreifen.