Am 12.05.2023 wurde im Bundesrat der Neuentwurf der Europäischen Verpackungsverordnung (PPWR) diskutiert, der im Rahmen des European Green Deals die Nachhaltigkeit von Verpackungen optimieren soll. Schumacher Packaging, einer der größten europaweit agierenden Hersteller für maßgeschneiderte Verpackungen aus Well- und Vollpappe, unterstützt die Ziele der Verordnung zur Minimierung von Verpackungen und zur Vermeidung von Over-Packaging.
PPWR gefährdet Nachhaltigkeitsziele durch geplante Mehrwegverpackungen
Allerdings hebt das Unternehmen hervor, dass die geplanten Mehrwegverpackungen aufgrund ihrer durchwachsenen Klimabilanz ebendiese Ziele gefährden. Die PPWR sieht ab 2040 Mehrwegquoten unter anderem für Haushaltsgroßgeräte (90 Prozent der Verpackungen) und den Non-Food-Versandhandel (50 Prozent der Verpackungen) vor – zum Beispiel für Mode, Elektrogeräte und Beauty Produkte.
Pappe als kreislauffähiges Naturprodukt
Björn Schumacher, CEO von Schumacher Packaging, betont, dass Verpackungen aus Well- und Vollpappe ein kreislauffähiges Naturprodukt sind und deshalb am besten geeignet sind, um den Versandhandel emissionsarm und nachhaltig zu gestalten. Im Gegensatz dazu verbraucht die Herstellung von Mehrwegverpackungen mehr Material und Energie als die Herstellung von Einwegverpackungen aus Papier, Pappe oder Karton. Zudem werden in einem Mehrwegsystem tendenziell größere und unflexible Einheitsgrößen sowie eine komplizierte Rücklogistik benötigt.
Mehrwegsysteme verursachen höhere Kosten und schlechtere Treibhausgas-Bilanz
Neueste Studien zeigen, dass durch die Verwendung von Mehrwegsystemen das LKW-Aufkommen für den Transport und Rücktransport um 50 bis 75 Prozent steigen wird. Dies bedeutet nicht nur höhere Kosten, sondern auch eine deutlich schlechtere Treibhausgas-Bilanz als zum Beispiel bei Wellpappenkartons. Erst ab über 20 Zyklen erzielen Mehrwegboxen eine ähnlich gute Umweltbilanz. Unabhängige Studien zeigen jedoch, dass im E-Commerce nur geringe Rücklaufquoten erreicht werden können. Selbst bei einer Quote von 95 Prozent sind nach 10 Zyklen nur noch 60 von 100 Mehrwegboxen übrig. Der Rest muss aufwändig nachproduziert werden.
Fazit
Schumacher Packaging kritisiert, dass die deutsche Politik die Chance verpasst hat, sich für umweltfreundliche Verpackungen einzusetzen. Flexible, individuelle Verpackungslösungen, die Leerräume vermeiden und Emissionen sparen, können eine nachhaltige Alternative zu Mehrwegsystemen darstellen.
